Am 3. März trafen wir uns mit unserem Gepäck am Bielefelder Hauptbahnhof. Und wer schon einmal auf einem Austausch war, weiß, wie aufgeregt alle zu diesem Zeitpunkt sind. Doch nachdem sich alle von ihren Eltern verabschiedet hatten, wich die Nervosität der Vorfreude.

2019 0305EnglandaustauschUnd weder die lange Zugfahrt, noch die Wartezeiten am Flughafen konnten uns diese Freude nehmen. Ehe wir uns versahen, saßen wir auch schon im Flugzeug. Nicht einmal, als wir schließlich alle gemeinsam unseren Gastfamilien gegenüber standen, war irgendwer richtig nervös. Das kam erst wieder als wir mit den Gastfamilien zu deren Zuhause fuhren. Doch zu Unrecht, denn es gab niemanden, der mit seiner Familie oder seinem Austauschpartner nicht zurechtkam.

Als wir uns am nächsten Tag in der Schule trafen, um nach Newcastle aufzubrechen, erzählten mir viele, dass das einzig Merkwürdige am letzten Abend der Verkehr gewesen sei. Es war schon ja dunkel, als wir in England landeten und somit war es auch auf der Autofahrt dunkel. Jedes mal, wenn auf der anderen Fahrbahn ein Auto kam - besonders in Kurven - hatte man das Gefühl, dass es gleich einen Unfall geben würde, denn man war ja daran gewöhnt, dass Autos rechts fahren und nicht links.

Fast jeden Tag waren wir bis nachmittags unterwegs. So waren wir am Montag, den 4. März, in Newcastle, der nächst größten Stadt in der Nähe von Hexham, wo unsere Austauschpartner zur Schule gehen. Während der Woche waren wir auch noch in Beamish, einem Freiluftmuseum, und in der Kathedrale in Durham, wo Harry Potter gedreht wurde. Diese Ausflüge hatten alle eins gemeinsam: wir hatten immer viel Zeit um uns in Gruppen umzusehen und die Stadt zu erkunden. Während wir mit unseren Lehrern auf diesen Ausflügen waren, mussten unsere Austauschpartner zur Schule gehen. Am Dienstag fuhren wir aber mit unseren Austauschpartnern nach Edinburgh, wo wir zuerst zu dem Schloss der Stadt gingen und schließlich nach einem Besuch im Museum, noch eine kleine Stadtführung von einem der Lehrer bekamen. Anschließend folgte, für die meisten wahrscheinlich die beste Zeit des Tages, die freie Zeit in der Stadt. Aber da es schon den ganzen Tag immer wieder geregnet hatte, gingen die meisten entweder in Cafes oder in andere Läden. Aber das schlechte Wetter nahm uns nicht den Spaß an diesem Ausflug. Und wir waren am Abend auch tatsächlich nicht bis auf die Knochen durchgeweicht.

Der Mittwoch aber war anders, denn wir begleiteten unsere Austauschpartner in die Schule und keiner von uns wusste, was er erwarten sollte. Wir alle stellten schnell fest, dass der spätere Unterrichtsbeginn nicht das einzige war, dass hier anders war. Auch die Stunden waren ganz anders verteilt, genau wie die Pausen. Aber sie hatten schon um 15 Uhr Schulschluss, auch wenn sie erst um 9 Uhr gekommen waren. Doch was uns alle verwirrte, war, dass viele Schüler erst nach der Hälfte der Schulstunde dazukamen und es störte niemanden. Etwas, das bei uns an der Schule überhaupt nicht denkbar wäre.

Und dann war auch schon Freitag. Tag der Abreise. Natürlich freute sich jeder schon auf sein Zuhause und auf seine Familie, aber der Großteil wäre gerne noch länger geblieben. Aber auch das bisschen Traurigkeit, weil man bleiben wollte, konnte die fröhliche Athmosphäre nicht zerstören. Um ehrlich zu sein, war es auch schön, dann nach der langen Reise wieder zu Hause zu sein. Doch auch wenn wir alle müde zu Hause ankamen, war dieser Austausch etwas, das niemand von uns so schnell vergessen wir. Eine Woche voller Lachen, voller Freude und neuer Erfahrungen.


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